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Donnerstag, März 31, 2016

Ganz schlimm: Mischehen (sagt da einer...)

Das Leben in der Fremde kann manchmal nerven. Siehe hier. Aber wie schlimm ist das eigentlich, was ich da gerade tue?

Ein Blog, in dem schon mal Hitlerbilder und auch die vom Göbbels auftauchen, versteigt sich heute zu einer kruden These: Mischehen seien etwas schlechtes, weil sie zur "Nivellierung auf niedrigstem Niveau" führen würden. Der Autor will auch darauf abheben, dass Kulturen bei der Vermischung hinten herunterfallen. Ich will nicht auf den Artikel verlinken, da der Autor selbst schreibt, dass er schon mal als "verfassungsfeindlich" eingestuft wurde per Briefpost. Nur kurz nachvollzogen, welches Modell der Autor - offenbar ein in Deutschland lebender Koreaner, wenn ich das richtig verstehe - aufstellt:

Ein Deutscher heiratet eine Chinesin, die nach Deutschland zieht. Das Kind spricht beide Sprachen in Wort und Schrift. Hier zieht der Autor schon in Zweifel, dass das geht.
Dann zieht das Kind nach Finnland und heiratet einen Finnen oder eine Finnin. Jetzt kommen drei Kulturen zusammen: China, Deutschland und Finnland. Auch wenn wir annehmen, dass das Kind der neuen Ehe China/Deutschland-Finnland jetzt alle drei Sprachen in Wort und Schrift erlernt, wird es spätestens schwierig, wenn das Kind dieser Ehe nach Indien zieht und eine Inderin oder einen Inder heiratet. Denn wer kann schon Deutsch, Chinesisch, Finnisch und Indisch in Wort und Schrift. Auf Feinheiten wie verschiedene "Chinesisch" und vielleicht auch "Indisch" wollen wir hier gar nicht eingehen.

Erstmal hat er natürlich Recht. Es würden bei diesem Modell Sprachen und Kulturaspekte verloren gegen. Was zu beweisen war. Also ist Multikulti schlecht und Mischehen also auch, folgert der Autor, der in einem anderen Artikel erklärt, Adolf Hitler sei ein netter Kerl gewesen, weil er Jesse Owens bei der Olympiade zugewunken habe.

Auch bei Familie Ludigel ist ja schon was hinten herunter gefallen. Junior (4) lernt nicht mehr Hoklo aka Taiwanisch, was seine Mutter noch kann. Er lernt Englisch, Deutsch und Mandarin (Chinesisch). Sind Leute wie Herr und Frau Ludigel nun böse Kulturvernichter und Junior der Beginn einer Degeneration?  Werden seine Urgroßkinder am Ende nur noch ein Mini-Esperanto sprechen? Und einen IQ von 33,33 haben? Oder gar von 18? Nun, wir wollen es nicht hoffen.

Über den Sinn und Unsinn des Happy-Peppi-Linksbegriffes "Multikulti" will ich nun wirklich nicht sprechen. Aber dieser Angriff auf "Mischehen" scheint mir doch reichlich primitiv. Anstatt davon auszugehen, dass die Kinder von Mischehen ihr Leben grundsätzlich mit dem Weiterziehen in andere Länder verbringen, sollte man sich lieber ein Land herauspicken und gucken, wie dort die Integration klappt. Theorie aka rechtsradikales Zerrbild von Mischehen und Wirklichkeit liegen doch reichlich auseinander.

Der Normalfall wäre sicherlich, dass eine nach Deutschland lebende einheiratende Chinesin beschließt, in Deutschland zu bleiben und dann würden die mit Deutsch und Chinesisch aufwachsenden Kinder (evtl. wachsen sie auch nur mit Deutsch auf) wieder Kinder und Kindeskinder haben, die irgendwann vermutlich nur noch Deutsch sprechen würden. Jedenfalls als Muttersprache. Am Ende hätten wir dann irgendeine deutsche Familie mit einer ausländischen Herkunft vor ein paar Generationen.

So wie der Autor dieses Artikels hier Deutscher ist und einen Vorfahren hat, der eine französische Köchin geheiratet hat. Und polnische Vorfahren hat neben diversen Deutschen. Und weil ich aus einer sich als Deutsch definierenden Familie (ohne tiefere politische Bedeutung) stamme, bin ich eben nur mit der Muttersprache Deutsch aufgewachsen, wie meine Vorfahren auch. Das Zielland hat also die Kultur definiert.

Und unser englischer Familienzweig? Der bewahrt das Deutsch nur bedingt, das mit in die Familie gebracht wurde und ist im Wesentlichen schon in der 2. Generation zu einer normalen englischen Familie geworden.

Sicher würde der Autor und Fan von Heini Hitler jetzt mit rassisch rein oder so etwas argumentieren. Da kann man als normaler Mensch nicht mehr folgen.

Noch komplizierter wird es bei der Familie Ludigel wenn wir tatsächlich nach Manila ziehen, wie meiner Frau das manchmal vorschwebt. Aber wirklich kompliziert ist es auch nicht. Als Angehörige einer mehrheitlich sino-philippinischen Familie würden die Kindeskinder und deren Kinder dann vermutlich nur Englisch, Tagalog und Mandarin sprechen. Deutsch wäre hinten runtergefallen nach einer oder zwei Generationen vermutlich. Weil die Familie dort nicht lebt. Entlockt mir keine Begeisterungstürme aber so ist das Leben.

Eigentlich ist es ganz einfach: Eine Familie die in Land X "hängen bleibt" wird vermutlich irgendwann aus Leuten bestehen, die die im Land X üblichen Muttersprachen hat. Punkt und Ende. Ganz einfach, kann eigentlich jeder verstehen. Die ursprüngliche Herkunft ist dann egal.
Manchmal bilden sich Subkulturen wie die Sino-Philippinische. Die bewahren dann das Erbe beider Länder. Auch ganz einfach. Oder es geht schief wie in Belgien. Aber "Mischehen" haben damit recht wenig zu tun. Hätten die islamistischen Araber in Belgien alle belgische Frauen, es sähe wohl anders aus als "Allah Akbar und kawumm" so wie es derzeit leider läuft.

Hmmm... mit wem lebt eigentlich der Koreaner zusammen? Einer Koreanerin? Einer Deutschen? Einer Stehlampe? Seine Sache, denke ich.

Nachtrag: Ich fürchte, dass die derzeitige Einwanderungsdebatte auch dazu führt, dass das erstarkende rechte Lager auch irgendwann auf Leute gemischter Herkunft oder eben "Mischehen" losgehen will. Auch gemäßigt-rechte Kräfte haben da sicher Vorurteile. Persönlich denke ich, dass ein großer qualitativer Unterschied zwischen einer Debatte um die millionenfache Zuwanderung von Kultur X -vermutet- in die Sozialkassen Deutschlands und der internationalen Wahl von Ehepartnern von Deutschen besteht. Aber der wird oft nicht gesehen. Und gegen Zuwanderung ohne Eheschließung bin ich auch nicht grundsätzlich. Aber die Politik Deutschlands will ich hier nicht mehr diskutieren - hier geht es mir auch mehr um binationale Ehen bzw. die Kritik an ihnen. Sonst halte ich es neuerdings mit einem Zitat das mir von einer in Deutschland lebenden Kasachin im Gedächtnis geblieben ist: "Natürlich lieben wir alle unseren Präsidenten (bei ihr in Kasachstan)". Und wir Deutschen die Kanzlerin. Klarer Fall.

Hardlinerin Hung wird KMT-Vorsitzende

Schon am 28.03. wurde die im Oktober davongejagte Ex-Präsidentschaftskandidatin der KMT (Kuamintang-Partei) nun zur Parteivorsitzenden gewählt.

Es war letztes Jahr schon eine merkwürdige Geschichte, als sich die KMT entgegen dem demographischen Trend - sich in Taiwan als "Taiwanerin/Taiwaner" zu fühlen und nicht (mehr) als dem chinesischen Festland zugehörig - eine Hardlinerin als Präsidentschaftskandidatin nominierte. Eben Frau Hung Hsiu-Chu. Also eine Frau, die eine Vereinigung Taiwans mit der VR-China propagandiert hat. Im Oktober dann jagte die KMT ihre Kandidatin wieder davon und ersetzte sie durch den Bürgermeister von Taipei, Eric Chu. Der verlor dann die Wahl im Januar krachend und so hat Frau Hung derzeit ein Comeback. Wahlsiegerin Tsai Ingwen (DPP) wird demnächst als Präsidentin vereidigt, noch hat Ma Ying-Jeou von der KMT dieses Amt inne.

Stemmt sich die KMT gegen den "ich bin Taiwaner(in)"-Trend auf der Insel und bleibt stramm prochinesisch? Ich beobachte die hiesige Politszene zu wenig um das zu wissen.


http://thediplomat.com/2016/03/kmts-ousted-presidential-candidate-returns-as-party-chair/
Vorgeschichte: http://www.bbc.com/news/world-asia-34559238 (Hung verliert Präsidentschaftskandidatenstatus)

Lieber Herrgott, Danke


dass ich nicht der da bin. Der kleine Mann, der da links neben mir auf dem Bürgersteig steht, 1.50m groß zu seinem Vorteil gerechnet. Mit kurzen Hosen und einen orangenen Kasten mit Papierschildern schiebt. Mich unfreundlich anstarrt, wo ich an der Fußgängerampel stehe. Und zu dem anderen Herrn mit Halbglatze und Gnubbelnase irgendwas von "Adogah" (Bignose/Langnase) sagt, der dann zu mir rübergrinst und dem kleinen Mann einen verschwörerischen Blick zu wirft.  Und danke, dass ich der auch nicht bin. Hätte ja alles passieren können.
So gesehen fängt der Tag im Industrieviertel in Taipei wunderbar an. Und Guten Morgen, liebes Taipei. Ja Du, da unter dem Hundekot, dem Betelnusspriem und der undefinierbaren Smogwolke. Guten Morgen Du weltgewandte Metropolis, Du moderne Großstadt im 21. Jahrhundert.
Kicher.

Dienstag, März 29, 2016

Bei mir in der Nähe: Kleinkind enthauptet (Update 4)

Taipei als Hort der Wahnsinnigen***. Einen Kilometer von meiner Wohnung entfernt: Kleinem Mädchen (3 oder 4) wurde der Kopf abgeschnitten.

Ein offenbar Drogensüchtiger mit psychischen Problemen (Edit: 33 Jahre) hat in Taipei-NeiHu, ganz in der Nähe der Porsche-Vertretung und der Bentley-Vertretung, in einer belebten Wohn- und Geschäftsstraße gestern um 11.00 Vormittags, einem kleinen Mädchen den Kopf abgeschnitten. Die Mutter war nur einen Meter dahinter, das Kind fuhr auf einem Dreirad. Unprovoziert trat der Mann blitzschnell an das Mädchen heran und schnitt ihm derart heftig die Kehle durch, dass der Kopf abgetrennt wurde - laut Presseberichten.

http://www.mirror.co.uk/news/world-news/taipei-child-beheading-three-year-7641972
Auch: http://metro.co.uk/2016/03/28/girl-3-beheaded-in-random-attack-outside-train-station-5780315/

An der entfernteren Kreuzung im obigen Link, Bild über der Karte, mit einem rundlichen Gebäude, habe ich erst neulich gestanden und auf einer frischen Laugenbrezel vom neu eröffneten deutschen Bäcker dort gekaut. Jetzt ist dort hundert Meter weiter eine Blutlache von einem Kleinkind.

Passanten haben den Attentäter überwältigt und festgehalten, bis die Polizei eingetroffen ist. Die Großmutter des Kindes sagte: "Die Gesellschaft ist krank". Mir fehlt die Energie zu anderen Kommentaren.

 Abb.: "737-lane" bei uns in der Nähe. Frau und ich sind und uneinig, ob der Mord in dieser Straße oder einer Parallelstraße in der Nähe stattfand, aber die Straßen ähneln sich dort alle. Friedliche Straßen wo die größte Gefahr eigentlich vollgestellte Bürgersteige und heranrasende Autos und Mopeds sind und keine "Messerstecher".

Ähnlicher Fall 2015: http://www.chinapost.com.tw/taiwan/national/national-news/2015/05/30/437248/8-year-old-girl.htm
(Mann dringt in Schule ein und schneidet 8jähriger die Kehle durch)

Grob ähnlich 2014: Jugendlicher tötet Schlafende in der U-Bahn Taipeis mit Fleischermesser: http://www.taipeitimes.com/News/front/archives/2014/05/22/2003590929

Ähnlicher Fall vor ein paar Jahren (unter der Grafik): http://www.intaiwan.de/2012/12/22/todesstrafe-in-taiwan-neue-hinrichtungen/ im Blog von Klaus Bardenhagen erwähnt (Mann tötet 10jährigen durch Kehle-durchschneiden um sich Gefängniszelle zu sichern).

Offensichtlich haben die psychischen Kranken und Abseitigen in Taipei gelernt, dass man durch Kehle-durchschneiden schnell und effektiv töten kann. Leider.

UPDATE2: Offenbar zeitgleich wurden ein Polizist in einer Metrostation und ein Insektengift versprühender Arbeiter irgendwo im Freien in Taipei mit Messern verletzt.

UPDATE3: Hier ein Link zu einem Artikel mit einem Foto der Eltern mit Kind, das mit Erlaubnis der Eltern publiziert worden ist. Die Eltern bitten offenbar um Mäßigung bei der Todesstrafendebatte. Ich habe mir nicht alles durchgelesen, weil das emotional nicht einfach zu verarbeiten ist, als Anwohner und Vater eines eigenen Kleinen.
http://focustaiwan.tw/news/asoc/201603290025.aspx

UPDATE4: Tatwort war die Xihu-Elementery-School, die Straße davor. Damit ist es noch mal ein paar Querstraßen weiter weg als ich dachte und oben angegeben habe. Aber ein paar hundert Meter ändern auch nichts. 


*** Will sagen die offenbare Tabuisierung von psychischen Krankheiten und das graue enge Taipei mit seinen oft kaninchenstall- oder hühnerkäfigartigen Wohnungen führen vielleicht etwas überproportional zu geistigen Problemfällen. Ohne Statistik ist das aber vielleicht auch nur ein Vorurteil.

Mittwoch, März 23, 2016

DHL Weltpaket Premium, Dauert Halt Länger

Wenn buddhistische Mönche aus Tibet mal Ruhe brauchen, machen sie Urlaub bei der Deutschen Post/DHL.

Am 29.02. aufgegeben. Weltpaket Premium. Soll 6-8 Werktage nach Taiwan brauchen. Jetzt ist es 23 Kalendertage unterwegs, 17 Werktage. Über zwei Wochen in Saulheim beim Deutsche-Post/DHL-Ausgangslager auf die Weiterverarbeitung gewartet. Bewegt, sowie ich mich bei DHL über Facebook beschwert habe. Jetzt sitzt es laut Tracking seit über 1 Woche in Frankfurt fest und wartet offenbar auf den Flug. Ist schon im Taiwan-Tracking, aber noch als "foreign information" und "office Frankfurt". Unglaublich wie langsam das ist.

Edit: Angekommen nach 25 Tagen und zweimaliger Nachfrage bei DHL.
Und ein "Päckchen" (also nicht Weltpaket) mit einer anderen, billigeren Uhr hat nur 1 Tag gebraucht, bis es an "International Logistics Frankfurt" übergeben wurde und im Taiwan-Tracking auftaucht und nicht 15 Tage wie das Weltpaket. Merkwürdig.

Mittwoch, März 16, 2016

Manila, Fischbälle, Deutschland (UPDATE)

Und wieder die Frage: wohin geht es mit der Familie Ludigel

Frau ist mal wieder im Republikflucht-Modus. Nicht schnell genug geht es aus der Republik China, die wir umgangssprachlich auch Taiwan nennen. Die Verschlechterung ihres Augenlichts, die Belastung ihrer Augen durch Bildschirmarbeit und das Aufmachen eines zweiten Geschäfts in Manila auf den Philippinen sind der Grund für den neuen Auswanderungsschub. Möglicherweise wird es diesmal ernst, unser wohl letzter Arbeitstag soll am Freitag nächste Woche sein. Dann soll ich eine letzte Version meines Management-Tools zur Hardwaretestplanung (und Urlaubsplanung) im Team verteilen, von dem mittlerweile die ganze Abteilung abhängig ist. Auf fast jedem Bildschirm im 40-Kopf-Team sehe ich mein Programm "SITplanning" mittlerweile flimmern. Sicher wird mir jemand zuhören, wie der Datenbankserver für das Programm zu sichern ist und regelmäßig Backups machen, Taiwaner sind ja wahre Sicherheitsfanatiker.

 Fischbälle.... Jesus klingt auf altgriechisch so ähnlich wie Fisch... kann also nix schief gehen (Edit: streng genommen ergeben sich aus dem altgriech. Wort für Fisch (Ichtys) die Anfangsbuchstaben für das christliche Glaubensbekenntnis auf Altgriechisch. Aber das wussten wir natürlich alle schon).


Während das erste Geschäft in Manila, ein Outlet für die Druckerei des Familienzweiges dort, eine veritable schwarze Null schreibt, ist nun ein zweites Geschäft im Aufbau und wird von meiner Frau und ihrer Schwester vor Ort durchgeplant. Es handelt sich dabei entweder um ein Fischball-Restaurant oder ein Fischsuppenrestaurant, auf Englisch entweder "fish ball" oder "fish bowl", leider konnte ich das phonetisch trotz mehrfachem Nachfragen nicht in Erfahrung bringen. Damit sollen unsere Pläne für Wohlstand im Reich der Dauerstaus im herrlichen Smog neben schönen Slumvierteln endlich gesichert sein.

Die Detailplanung sieht so aus, dass Frau und Junior einstweilen  bei der dortigen Familie unterkommen und sich meine Frau dem Management von Druckerzeugnissen und Fischbällen oder Fischsuppen widmet, während ich selbst einstweilen in Deutschland eine Backup-Existenz für den unwahrscheinlichen Fall eines Nichtflorierens von Jesusaufklebern (liebe neudeutsche Leser: wir haben auch einen mit arabischen Schriftzeichen*) und Fischprodukten aufbauen soll.

Was werde ich vorfinden in Deutschland, was hat Merkel aus dem Land gemacht, seit ich das letzte Mal da war? Lassen mich die Grenzer noch rein ohne Arabisch? Muss ich bei der Wohnungssuche Wickeltuch tragen und bekommt die Schlachtereiverkäuferin einen Herzinfarkt, wenn ich ein Schweinekotelett verlange? Und sagen die Angler immer noch "Petry heil"**?

Mehr demnächst auf dieser Welle...

* Ohne Jesus
** Oder alle anderen auch schon und die Worte anders herum?

Ähnliches:

Die Saga unseres letzten Restaurants, ein kleiner Italiener in Taipei-Donghu:
http://osttellerrand.blogspot.tw/2014/11/der-familienbetrieb-die-schonungslose.html 

UPDATE: Frau hat gemeckert, als ich die Kaffeemaschine aus dem Auto auslud und in die Wohnung gebracht habe. Also wird es wohl wieder nix mit der Kündigung.
UPDATE2: Das christliche Symbol für Jesus ist das Logo der Fischkette NORDSEE. Ob wir das klauen können?

Vielleicht kann der "World Happyness Report (PDF)" helfen:  Demnach ist Deutschland die Platznummer 16 in der Glücks-Chart der Länder, Taiwan die 35 und die Philippinen Nr. 82.


Donnerstag, März 10, 2016

Mein Freund die Klotür


Mein Freund die Klotür ist tot
Sie fiel im späten Abendrot
Du fielst heut' Abend ich kam zu spaet
Du wirst dich nie im Durchzug mehr wiegen
Du musst entangelt vor der Hauswand liegen
und mancher der vorübergeht
der achtet nicht den Rest von Leben
und kratzt an deinen tiefen Narben
von der Frau mit dem Rückenkratzer geschlagen
Wer wird mir nun die Privatsphäre geben
die ich hinter dir im nassen Bade fand
Ein guter Freund ist mir verloren
der wegen Juckreiz nun verschwand

(Adolf E. Pankraz, frei nach Alexandra)


















Beruhend auf wahren Vorkommnissen...

Montag, März 07, 2016

Schock, mein Breil-Unikat als Massenuhr

Da denkt man, man hat ein Unikat am Arm. Und dann legt es jemand als Massenuhr auf. Schluck.

Gestern Abend surfe ich wie öfter mal vergnügt durch Ebay und suche Herrenarmbanduhren, da schlucke ich und blicke verstört auf den Bildschirm. Irgendjemand scheint das Breil Milano-Unikat zu verkaufen, das ich gerade am Arm habe!

 Breil Milano BW0474 mit Armband des Ralley-Quarzers BW0423/0424, allerdings mit automatischem ETA Valjoux 7750-Chronographenwerk.

Wieso Unikat? Nun, weil ich einst eine gebrauchte Breil Milano BW0474 aus Albanien günstig gekauft hatte, die ein schon recht unbrauchbares Krokoband fest angebaut hatte...


... und das ich dann durch das sehr auffällige Kautschukarband der Ralley-Quarzschwester BW0423/0424 ersetzt hatte, wodurch sich ein sehr auffällig rotgoldig-metallener Auftritt der Uhr ergibt, wie ich finde. Die drei Zacken am Sportarmband fallen doch sehr ins Auge, wie ich finde. Und weil das u.a. angeklebte Band hier praktisch Bestandteil der Uhr ist, ist es schon ein bisschen so, als ob man etwas neues geschaffen hat ;-)

... Breil Milano BW0474 links.

Der Kostenpunkt der BW0474 liegt derzeit als Auslaufmodell noch bei etwa 850 Euro neu, die rotschwarze Ralley-Quarzschwester BW0423 kostet etwa 280 Euro oder dergleichen.

Doch wie kam "meine" Uhr nun zum Verkauf ins Internet? Nun, es gibt jetzt eine sehr ähnliche Uhr, die "Alento" vom -wenn ich mich nicht irre- deutschen Hersteller Detomaso (https://www.detomaso-watches.com/de/unsere-uhren/alento-xxl-chronograph). Und in der Rotgoldvariante (links klicken auf dem Linkfenster) sieht die Detomaso meinem Unikat sehr sehr ähnlich. Ähnlicher als den Original-Breil Milanos. Na ja, Bilder meiner Breil findet man ja auch schnell über die Google-Bildersuche. Kann natürlich Zufall sein, denn die rot abgesetzte Variante der Detomaso Alento (hier Ebay) sieht der originalen BW0423 oder der fast identischen 0424 schon sehr sehr ähnlich.

Die Uhr ging neu übrigens für nur 40 Euro in der Auktion weg, auch wenn der Standardpreis wohl bei etwa 200 Euro liegen soll. Wenn man genau hinguckt, erkennt man viele Designdetails der entsprechenden Breil Milano-Modelle und das Armband scheint - bis auf die Rotgoldfärbung bei der einen Farbvariante - genau identisch zu sein, bis hin zur kleinsten Linienführung. Nur einen zusätzlichen Haltestift hat Detomaso in die Uhrhörner eingebaut. Was damit zusammenhängen könnte, dass Breil das Armband nicht nur mit einem leider gebogenen Federsteg, sondern auch offenbar mit Klebstoff befestigt hatte. Mein ohne Kleber befestigtes Band hat in der Tat etwas Spiel.

Mein Ersatzband hat allein 70 Euro gekostet. Da wäre so eine Detomaso Alento glatt interessant. Aber soll man dem Automatik-Original die Quarz-Hommage hinzufügen? Das Armband wird wohl ewig halten, denke ich.

Tja, von wegen Unikat. Massenuhr für 40 Ecken ;-() Was aber sicher nur ein Ausrutscher nach unten war, wie er bei Auktionen immer wieder vorkommt. Räusper.

Edit: "De Tomaso" ist Autofreunden vielleicht noch als edle italienische Sportwagenmarke im Gedächtnis, jedoch nicht mehr am Markt existent. Die "Detomaso"-Uhren stehen damit auch in keinem Zusammenhang, auch wenn die Kollektion offenbar auf das Thema Rennsport spezialisiert ist im Sinne des Stils der Uhren jedenfalls. Dahinter steckt offenbar die "Temporex GmbH", die offenbar auch die Marke "Yves Camani" hat. Letztere eine "der eher-nicht"-Uhrenmarken aus meiner Warte (ich hasse Uhren mit Unruheloch a la China).

Donnerstag, März 03, 2016

"Sorna" - Chinauhren

Sorna oder eher "So nicht".

Immer wieder ärgert mich auf Ebay, dass Chinauhren, hinter denen das deutsche Unternehmen Trias steht (das fast ausschließlich Chinawerke in seine meist in China produzierten Uhren einbaut) auf Ebay von Dritten (!) als "Vintage" oder "NOS" (New Old Stock, unbenutzte alte Lagerware) verkauft werden und der Eindruck erweckt wird, es handle sich um ein altes Original der (ursprünglich schweizer) Marke "Sorna".

Die Uhrenmarke Sorna stand offenbar bis in die 90er Jahre für innovative Uhren, die oft das besondere Etwas hatten. So gab es Kugelschreiber mit einer Uhr oben im Drücker und einfach schick 70er-Jahres-bunte tolle dicke Uhren. Ein Paradebeispiel für eine Sorna (der Markenname kommt von der Nähe der Fabrik zum Flüsschen Sorne) ist ein schön dicker Weltticker alter Bauart, der eine (einfache) Stoppuhrkonstruktion besitzt und eine drehbare Städteskala, mit der man verschiedene Zweitzonen verwalten kann. Ein Prinzip, das sich allerdings in Zeiten von Sommer- und Winterzeit wegen der stundenweisen Verschiebung der Zeitzonen überholt hat.

Bilder von echten schweizer Sornas sind schlecht zu finden. Hier ist gerade eine bei Ebay, sogar für einen recht moderaten Preis von um die 150 Euro: http://www.ebay.de/itm/Vintage-70s-SORNA-CHRONO-17-Jewels-Mens-Watch-Working-SWISS-MADE-/391396087996?hash=item5b210658bc:g:ngMAAOSwWTRW1JgZ

Wenn ein stolzer Besitzer seine "Vintage" - Sorna dieses Modells präsentiert, ist es fast immer die Neuauflage von Trias made in China. Selbst habe ich das einmal einem stolzen Sammler in sein Blog geschrieben - den Artikel mit dem präsentierten Schnäppchen finde ich heute nicht mehr. Update (doch, hier: http://waktuku-waktuku.blogspot.tw/2011/02/sorna-world-timercalender-automatic.html)

Hier (http://www.ebay.de/itm/Rare-Sorna-Sport-Watch-21-Jewels-NOS-condition-Vintage-Chrono-Leather-strap-/182023074859?hash=item2a616bb42b:g:jh0AAOSwUuFWv422) hingegen wird gerade eine chinesische Sorna als NOS/Vintage für einen viel höheren Preis (etwa 300 Euro) angeboten. Es sei bemerkt, dass Trias die Sorna-Uhren (auch teils mit Trias als Markennamen versehen) für etwa 160 Euro im Webshop angeboten hat, wenn mich das Gedächtnis nicht täuscht. Edit: Der Webshop ist wohl nicht von Trias direkt. Habe gerade noch mal nachgesehen, der Preis ist jetzt auf 399 Euro erhöht. Da will ich nicht drauf verlinken;-)

Hier (http://www.ebay.de/itm/Superb-Rare-Pilots-Trias-Sorna-full-Calendar-GMT-Called-Blue-Worldtimer-/141912253861?hash=item210aa125a5:g:FksAAOSwDNdVsMER) werden fast 500 Euro für eine China-Sorna verlangt.

Was ist nun der Unterschied? Tabellarisch:

- Die echte Sorna Weltzeituhr dieses Modells hat "Manufactured in Switzerland" bei 6 Uhr stehen. Die deutsch-chinesische Sorna hat "Sorna Germany" dort stehen. Trias ist heute Markeninhaber von Sorna.

- Die echt-schweizer Original-Sorna (dieses Modells) hat das Datumsfenster auf 3 Uhr. Die Chinaversion auf etwa 4 Uhr.

- Die echt-schweizer Sorna hat Stoppuhrfunktion, ist also ein (einfacher) Chronograph. Entsprechend zeigen die kleinen Chronozeiger Minuten und Sekunden oder gar Stunden an. Die Chinaversion hingegen hat ein Datums-Chrono-Werk, bei dem die kleinen Anzeigen Wochentag bzw. Monat anzeigen. Erkennt man unschwer am "MON, TUE, WED...." oben links beim kleinen Chrono an der Neuauflage.

- Der äußere (Tachimeter?)-Zahlenring der Neuauflage ist fast immer schon abgescheuert und oft ganz blank, während das Original trotz des recht hohen Alters meist noch eine intakte Bedruckung hat.

Edit:
Das Orignal made in Switzerland: http://www.philippinewatchclub.org/forum/viewtopic.php?f=25&t=21361&start=20
Die Neuauflage made in China:
http://www.lelong.com.my/sorna-autmatic-watch-101614149-2012-02-Std-P.htm
Original (oben) und Neuauflage (unten, kleiner) zusammen: https://makeinc.wordpress.com/2012/04/20/sorna-chronograph/

Hier ist es ausführlich erklärt und die Neuauflage vorgestellt:
http://forums.watchuseek.com/f71/sorna-worldtimer-705911.html

Dies ist kein Vorwurf an Trias, sondern eine Mahnung, nicht zu viel für die Uhr zu bezahlen und sie nicht für ein altes Original zu halten.

Fast hätte ich sie mal gekauft, aber die hohe Quote an defekten Neuauflagen damals bei Ebay und der meist überdrehte Preis (teilweise Vielfaches des Neupreises) hat mich doch abgeschreckt. Chinawerke sind halt immer so eine Sache.

Link: Diese zwei Chinauhren habe ich mal mit Genuss mit dem Hammer zertrümmert:
http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/04/chinauhr-315-euro.html

Dienstag, März 01, 2016

Colorplay Asia-Explosion: Staatsanwalt ... tot

Noch immer leiden viele junge Menschen an den schweren Verbrennungen des idiotisch organisierten "Colorplay Asia"-Events, bei dem die tanzende Menge in einem trockenen Schwimmbecken mit brennbarem Pulver eingenebelt wurde und es dann zu einer wohl durch Bühnenscheinwerfer ausgelösten Explosion kam.

Alter Bericht siehe hier: http://osttellerrand.blogspot.tw/2015/07/bilder-von-der-entstehung-der-explosion.html 

Juristisch zieht sich der Fall auch in die Länge. Einstweilen ist erst mal der leitende Staatsanwalt an Asthma/Herzinfarkt verstorben. War erst vierzig Jahre. Offenbar hat der Beruf auch so seine eigenen Risiken. Interessant für Staatsanwälte ist sicherlich, welcher Beschuldigte welche Bekannten hat. Was auch immer das für eine Aussage sein mag.

Quelle: http://www.storm.mg/article/83552

Macao Tail* 2: Fake-Venedig, aber nett

Zweiter Teil: Wie nett ist Fake-Venedig, warum reist man ständig von Hotel zu Hotel und wo ist jetzt eigentlich das richtige Macao. Oder ist es das schon?

Teil 1 hier

Bei der Reise durch Macao, der portugiesischen Ex-Kolonie, die längst heim im chinesischen Reich ist, tingelten Frau, Junior und ich meist einfach von einem Hotel ins andere. Hinten dran hatte unser Hotel einen großen Busbahnhof mit Gratisbussen, die draußen dran schon die Reklame ihrer Hotels hatten. Man steigt ein und ist im nächsten Hotel. Das ist dann wie auch das eigene Hotel ein Themenhotel mit Casio, man bestaunt eine andere Kunstwelt, etwa ein güldenes Reh - und isst anderes Essen. Auch nett.

Man ist doch von seiner Weltreligion geprägt und muss dann irgendwie an die Bibel denken. Auch wenn es kein Kalb ist.

Thema dieses Hotels hier ist wohl Metro-Goldwin-Mair, wie immer die sich auch genau schreiben.

König der Themenhotels ist für mich aber das "Vencian". Während ich über die Deko staunte, rannten meine taiwanischen Mitreisenden im Eiltempo an der Venedig-Kulisse vorbei, weil es in dem Hotel irgendwo einen leckeren Teigtaschen-Stand geben sollte, von dem schon die ganze Greater-China-Welt sprach. Sie würdigten die Kulisse keines Blickes, kannten ja auch die Originalbauwerke nicht, wie ich mich durch Nachfragen vergewisserte. Also nur ein Brücke mit Dach und ein Turm halt. Eben keine Sweet Buns. Edit: Tolle Verzerrung bei 28mm-Fullframe. Habe auf Korrektur mal verzichtet, Pisa liegt ja irgendwie in der Nähe.

Hinten sieht man meine der lecken Teigtasche entgegen strebende Reisegruppe, die sich wunderte, wieso der Ausländer im Team unbedingt das Hotel fotografieren wollte.

Auch prächtige Innendeko konnte ich kaum fotografieren. "Ludigel, the sweet buns are famous!". Wer kennt diesen Schlachtruf nicht aus der Ehe aus Taipei. Man muss unbedingt zur Garküche 1457423 in Taipei, wo es genau das selbe Essen wie anderswo gibt, nur eben teurer und mit 2 Stunden anstehen. Weil famous. Weil ein Schwippschwager des Garküchenaushilfskochs beim Fernsehen arbeitet. Also mehr schlecht als Recht das Innere abgelichtet und auf zum Sweet Bun.

Die Deckenmalerei zeigte Michelangelos "Sweet Bun mit brauner Soße und nackter Frau".

Hier hatte man dann Abendstimmung am Mittag, denn große Teile des Hotels sind eine nachgemachte Venedig-Landschaft mit Kunsthimmel.

Auch wenn die Deko der Geschäfte nicht immer zum Ambiente der Papparchitektur passte.

Ob es wohl Gondeln gab?

Gab es, waren aber zu gefährlich, urteilte meine Frau. Man achte drauf, wie diese andere Reisegruppe hier um das Überleben kämpft.

Drinnen war es schattig und kühl der Klimaanlage halber, draußen eher heiß.

...

...

Nett allerdings der versprochene Food-Court, auch wenn ich vergessen habe, welche der zahlreichen Spezialitäten nun "famous" gewesen war. Unsere Reisegruppe orderte dann immer ein Teil des Essens, teilte das durch alle 8 oder dergleichen Anwesenden und so bekam ich kaum einen Eindruck von dem Essen. Vom Sweet Bun mit Kotelett hatte ich nur eine Fleischfaser und einen Krümel abbekommen nebst dem Knochen. Taiwaner genießen anders. Denn Ziel war, möglichst viele Speisen mal partiell zu kosten, nicht etwa etwas richtig zu Essen.

 ...

.... Verdammt, jetzt hat einer die Nudelsuppe schon wieder ausgelöffelt, kaum mache ich ein Foto.

Geht man in Macao einfach planlos in eine Richtung, landet man zwangsläufig an einem Kasio.

Mehr beim nächsten Mal...


*Offenbar ein Freudscher Schreibfehler, weil dem Viech im ersten Bild das Schwanzerl fehlt.